'Ist Streaming der Tod des linearen Fernsehens?' am 18.10.2020

Ort:
Zoom- und Live-Vortrag im Bayerischen Hof
Zeit:
19:00
Beschreibung:

Nachlese

Thomas de Buhr, Vice President Marketing & Commercial DACH DAZN Sport-Streamingdienst
Vortrag zum Thema: „Ist Streaming der Tod des linearen Fernsehens?"

Montag, 19. Oktober 2020, online-Vortrag

Das Peutinger-Collegium lud am Montag, 19. Oktober, zu Thomas de Buhrs Vortrag zu dem Thema: „Ist Streaming der Tod des linearen Fernsehens?“ Leider konnte die Veranstaltung coronabedingt nicht wie geplant im Bayerischen Hof, sondern lediglich online stattfinden. Auch wenn dieser Umstand bedauerlich ist, war die Premiere dieses Veranstaltungsformats dennoch ein voller Erfolg. Die Technik hielt, der Vortrag war inspirierend und die interessierten Fragen aus dem virtuellen Raum waren zahlreich.

Thomas de Buhr ist seit etwas mehr als zwei Jahren bei DAZN, dem kostenpflichtigen Streamingdienst der Seven.One Entertainment Group. Er ist als Executive Vice President Marketing & Commercial für die Geschäfte in Deutschland, Österreich und der Schweiz verantwortlich. Zuvor war er vier Jahre bei Twitter, davor bei Google. Vor seinem Wirken beim Suchmaschinendienst arbeitete er in leitenden Positionen bei ProSiebenSat.1, RTL und Mars Inc.

Früher wurde gewartet, heute wird gestreamt

Das heutige Mediennutzungsverhalten ist im Vergleich zu dem vor einigen Jahren stark verändert. Wurde früher noch auf Sendungen wie Wetten dass..? oder Die Schwarzwaldklinik hin gefiebert und die Familie versammelte sich vor dem Fernseher, werden heute Serien auf Netflix oder über Amazon Prime gestreamt – der Zeitpunkt ist dabei vom Nutzer frei wählbar. „Das heutige Mindset sieht vor, selbst zu entscheiden, was ich wann schauen möchte“, erklärt Thomas de Buhr. „Dies ist der große Vorteil von DAZN. Denn die lineare Welt wird immer weniger.“ Im Sport allerdings gibt es noch feste Zeiten, wie beispielweise die samstägliche Bundesliga-Anstoßzeit um 15:30 Uhr. Auf dem Markt der Sportübertragungen hat sich DAZN in den letzten Jahren neben Sky zu einem wichtigen Player in Deutschland entwickelt.

De Buhr: Das Stadion ist unser Studio

Zusätzlich zu großen Sportarten wie Fußball und American Football zeigt DAZN auch Randsportarten wie Surfen oder Feldhockey. „Wir wollen ein extrem breites und tiefes Portfolio“, sagt de Buhr. Damit wolle DAZN erreichen, durch sein einfaches und übersichtliches Modell der attraktivste Anbieter und die gewichtigste Plattform für Sportkonsum für die Nutzer zu werden. Dabei verzichtet DAZN bewusst auf große Studios, umfangreiche Berichterstattung und unnötiges Drumherum, was auch den Personaleinsatz minimiert. Die Fans – wie DAZN seine Abonnenten nennt – wollen schlanke Sportsendungen. De Buhr: „Unser Motto lautet: Das Stadion ist unser Studio.“ Es zählt also nicht die Frisur der Spielerfrau, sondern der tatsächliche Sport.

Menschen an Streaming gewöhnen

Das starke Wachstum des erst 2016 gegründeten Unternehmens ist eine Erfolgsgeschichte. In der Anfangsphase war entscheidend, die neue Konsumform des Streamings bei den Kunden zu etablieren. Plattformen wie Netflix, Amazon Prime oder Audible halfen, „dass sich die Menschen daran gewöhnten“, so de Buhr. Auch wenn diese Unternehmen andere Angebote bereitstellten, betrachte DAZN diese als Konkurrenten. „Wir haben im Prinzip zwei Konkurrenten: Zum einen Sky und zum anderen jede App auf dem Smartphone, die die Zeit der Nutzer in Anspruch nimmt“, erklärt de Buhr.

Heldensportarten gesucht

Für eine erfolgreiche Zukunft ist DAZN auf den Breitbandausbau angewiesen. „Dieser ist für uns sehr wichtig, weil wir durch den Ausbau noch mehr Menschen erreichen können“, erläutert de Buhr. Zusätzlich muss klar kommuniziert werden, dass, wenn man beispielsweise den FC Bayern regelmäßig sehen möchte, DAZN abonniert werden muss. Die größte Herausforderung für die Zukunft ist allerdings die Identifikation neuer „Heldensportarten“ wie de Buhr sie nennt: „Das waren früher Tennis mit Boris Becker, Schwimmen mit Franziska van Almsick oder die Formel 1 mit Michael Schumacher. Die Frage lautet: Wer ist der nächste Held und was ist sein Sport?“ Hier will DAZN Vorreiter sein und seine Position weiter ausbauen.

 

Die während des Vortrags regelmäßig gestellten Fragen beantwortete Herr de Buhr stets sehr offen und ermöglichte dem Peutinger-Collegium dadurch einen tiefen Einblick in den Maschinenraum und die Gedankenwelt DAZNs.

Wir danken Herrn Thomas de Buhr für seinen aufschlussreichen und unterhaltsamen Vortrag.

Herzliche Grüße,

Christian Geissler

Präsident des Peutinger-Collegiums e.V.

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