Bilder von Hommel, Christian:

Hallo Kameraden,

 

Am Samstag 27.6.2015 war es nun wieder soweit, das jährlich ausgetragene Air Race
wurde in drei unterschiedlichen Klassen, darunter zum ersten Mal eine Elektro-Masterklasse 
welche ihre Premiere gleich mit Bravour bestanden hat, ausgetragen.

Gegen 14:15 konnte dann nach dem Briefing durch den Rennleiter eine erweiterte Regel zum Frühstart eingeführt werden.
Diese wurde auch von allen Teilnehmern wohlwollend akzeptiert. Dabei ging es um die Strafe für einen Frühstart, bzw. das zu frühe Überfliegen der gedachten Startlinie, man einigte sich auf den Abzug einer geflogenen Runde (dieselbe Strafe wie für einen Cut um den Pylon). Danach startete der Rennleiter den Event.

"Please start your Engines, let's have a Race" .

Dann zum ersten Race. Die Elektro-Masterklasse vertreten durch Christian Hommel und Martin "Ebbe" Eberhardt. Nach dem Start gingen beide Piloten mit Ihren Maschinen auf Höhe und in den Warteraum und schon begann auch der Countdown    5....4....3....2….1....Start
Beide Maschinen jagten sich mit irrsinnigem Tempo zum ersten Pylon und dann war es ein Kopf an Kopf rennen, über die gesamten 10 Runden. Ebbe mit seiner Edge führte bis kurz vor dem Ziel das Rennen an immer dicht gefolgt  oder fast auf gleicher Höhe von Chris. Und dann ging Ebbe‘s Akku bissle die Puste aus und Chris schaffte es auf den letzten Flugmetern sich noch an Ebbe vorbei zu mogeln und gewann damit das Rennen. Da keine weiteren Piloten in der Klasse mitmischten stand mit Chris der Sieger fest und ein nicht minder verdienter Zweiter Platz ging an Ebbe.  Wir gratulieren beiden Piloten.

Nach kurzer Verschnaufpause ging die Sportklasse oder auch Silver Race genannt an den Start. Erstmalig konnte in dieser Klasse sechs Piloten im Starterfeld in der Rennklasse eingetragen werden. Somit waren zwei Qualifikationsrennen voll besetzt.
Im ersten Rennen trafen Dieter Kirschmann, Günther Benz und der bereits in der Elektro-Masterklasse gestartete Martin Eberhardt an.

Alle drei Piloten fanden sich im Warteraum, die Motoren liefen bereits auf Hochtouren und schon begann der Countdown.   10….9….. 8…..7   die Piloten versuchten sich in eine guten Ausgangsposition zu bringen …..3…..2…..1….Start. Und los ging es. Die beste Startausgangsposition erwischte Günther er jagte auf den ersten Pylon zu, kurvte ein…….  und …..  und …. dann blieb einfach der Motor stehen. Während er im Notlandeverfahren den Platz anflog, jagten knapp über ihn die beiden Maschinen von Dieter und von Ebbe über ihn hinweg zum nächsten Pylon. Für Günther war das Rennen gelaufen. Kurz vor dem Platz musste er seinen Racer Nemesis ins Feld setzen und beschädigte sich dabei die Fahrwerksaufnahme sodass eine weitere Teilnahme am Race ausgeschlossen war. Währenddessen setzte sich das enge Rennen fort, zwar führte Dieter das Rennen an, konnte sich aber nicht wirklich absetzen. Mit etwa 50m Vorsprung überflog er mit seiner Kelly als erster die Ziellinie. Von der Rennleitung wurden noch die Cut’s (also die nicht umrundeten Pylone, durch zu frühes einkurven) ausgewertet und Dieter konnte danach als erster und Ebbe zweiter bestätigt werden, Günther wurde automatisch auf Platz drei gesetzt.

Das Zweite Rennen wurde von Olaf Frank, Christian Hommel und Bernhard „Bahny“ Benz bestritten. Bei diesem Rennen kämpfte sowohl Chris als auch Bahny mit Ihrer Motorleistung. Chris kam nicht richtig auf Touren und konnte somit seine Fliegerischen Qualitäten nicht unter Beweis stellen. Und auch Bahny hatte Probleme, sein Motor wechselte ständig seine Drehzahl und nutzte dabei die komplette Bandbreite des Drehzahlbereiches zwischen Vollgas und Leerlauf aus. Somit konnte Olaf, nicht wirklich gefährdet, das Rennen eindeutig für sich entscheiden. Bahny folgte auf Platz zwei und Chris erkämpfte sich den dritten Platz.

Nun folgten die Rennen um die Podeste, soll heißen die beiden Ersten aus den vorangegangenen Qualifikationsrennen mussten nochmals gegeneinander antreten. Ebenso die beiden zweiten. Nur der Sieger aus diesen Rennen durfte jeweils aufs Podest, die Verlierer gehen leer aus.

Das Rennen um Platz zwei wurde ausgetragen zwischen „Ebbe“ und „Bahny“. Ungefährdet überflog Bahny trotz Motorprobleme die Ziellinie als erster. Der Zweite Platz in der Sportklasse war ihm somit sicher.

Der Platz eins musste jetzt ermittelt werden. Dieter und Olaf machten sich bereit und bereits im Warteraum merkte man den Willen beider Piloten sich in diesem Rennen durchzusetzen. Der Countdown wurde heruntergezählt. Beide waren in einer sehr guten Startposition und der Erste Pylon wurde quasi gemeinsam umflogen. Sie schenkten sich nichts und jeder wusste dass der kleinste Flugfehler den Sieg kosten würde. Hochkonzentriert wurden von beiden die Runden abgespult ohne wirklich einen Vorteil für einen der Beiden. Aufmerksam beobachteten die Restlichen Piloten am Boden das Rennen und da flog Olaf einen etwas zu großen Bogen um den Pylon, das Rennen war entschieden. Dieter gewann mit einer Viertel-Runde Vorsprung, das Rennen um Platz Eins.

Platz Drei konnte nicht ausgeflogen werden, da Günther mit Fahrwerksschaden nicht starten konnte, somit geht der Dritte Platz an Chris.

Nun ging’s zur letzten Klasse der „Golden Age Klasse“ einem Rennen das an die Vorbilder der 30-er Jahre angelehnt wurde. Quasi die Mutter unseres „Näherhof Air Race“ Events .

Bei vier Teilnehmern machten wir zwei Qualifikationsrennen, das erste bestritten Olaf Frank und Christian Hommel. Die Gee Bee von Olaf setzte sich sofort von der Wedell Williams von Chris ab, der wieder unter extremer Motorleistung litt. Wie ein Uhrwerk steuerte Olaf seine Gee Bee um die Pylone und Chris musste sich sogar überrunden lassen. Die Positionen standen fest Olaf würde sich um Platz eins und Chris um Platz Zwei schlagen erneut messen müssen.

Im Zweiten Qualifikationsrennen in dieser Klasse gingen Dieter Kirschmann mit seiner Sparrow Hawk und Bahny mit seiner Travel Air an den Start. Die Motoren heulten auf und beide Maschinen hoben ab um sich in Ihrem Element zu messen. Pfeilschnell durchschnitten beide Maschinen die Luft im Warteraum und der Countdown lies die Piloten dir Luft anhalten. ….3….2…..1…..Start und schon beim Anflug auf den ersten Pylon hatte Dieter mit seiner Sparrow nicht genügend Fahrt aufholen können, sodass sich die Travel Air bereits am ersten Pylon deutlich absetzen konnte. Dieter musste mit viel Fingerspitzengefühl seine Sparrow auf dem Kurs halten und dennoch benahm sich diese wie ein Wilder Mustang ständig am Bocken und Zicken. So verlor Dieter Runde um Runde an Metern, dennoch war zu erkennen welch Potential in dieser Sparrow steckt. Unter normalen Umständen wäre das Rennen sicherlich anders ausgegangen.

Mittlerweile hatten sich sehr sehr dunkle Wolkenrund um unseren Flugplatz und unseren ausgesteckten Rundkurs aufgetürmt. Wir mussten uns beeilen.

Das Rennen um den zweiten Platz wurde aufgerufen und die Piloten machten sich bereit. Plötzlich ein Ausruf aus der Ecke der Wedell Williams. Chris hatte den Übeltäter gefunden, der seine Motorleistung so eingeschränkt hatte. Er hatte den Auspuffstopfen noch im Auspuff gehabt. Dieser wurde schleunigst entfernt und siehe da, der Motor hörte sich endlich auch wieder wie ein Motor an der seine Leistung in diesem Race in die Waagschale werfen wollte. Dieter war mittlerweile auch wieder gestartet und beide tummelten sich im Warteraum. Der Countdown startete das rennen und bereits zur ersten Runde konnte Dieter den Chris mit seiner Wedell auf die Plätze verweisen. Dieses Mal zeigte die Sparrow dass sie ein richtiges rennflugzeug war und Chris konnte den Abstand nicht mehr verkleinern. In der dritten Runde war es dann die Wedell, die sich mit einem lauten Luftschraubenabwurf aus dem Rennen verabschiedete und dann ohne Antrieb im Westen unsanft aufschlug. Extreme Strukturschäden an der Fläche und auch am Rumpf erübrigten die Frage nach einem Neuaufbau. Leider. War Sie doch wahrlich eine imposante Lady in diesem Luftzirkus. Diese Rennverweigerung der Wedell bescherte dem Dieter einen unangefochtenen und dennoch wohl verdienten zweiten Platz.

Die Wolkenungetrüme, einsetzender Regen gaben den Anlass zur Sorge und das Rennen um den Ersten Platz in der Golden Age Klasse wurde kurzer Hand auf einen anderen Termin verschoben. Eiligst wurde von allen Teilnehmern die Pylone eingesammelt und alles verstaut. Sodass das Unwetter kommen konnte, doch es kam nicht, es machte nur einen auf ganz dicke Hose und das war’s. Dennoch hatten sich die Piloten bereits zum Grillen zusammengefunden, das erste Renn Bier floss auch bereits die ausgetrockneten Kehlen hinunter. Das Steak noch zwischen den Zähnen das Bier in der Hand wurde noch gemeinsam die eine und andere Runde und Flugsituation besprochen und man war sich einig. Dieser Rennsemmelevent soll weiter bestehen.

Ich, Bahny, Pilot und Rennleiter

danke allen Teilnehmern, denn erst Ihr macht dieses Event zu dem Ereignis

Den Bericht habe ich aus dramaturgischen Gründen etwas ausgeschmückt, ihr werdet es mir verzeihen müssen wenn das eine oder andere nicht so ganz so war wie ihr es gesehen habt.