„Heimtückisch“ und „staatsfeindlich“: Frechener Bürger im Visier der politischen Polizei 1933 bis 1945 am 14.05.2024

Kolpinghaus Frechen, Zugang über Kolpingplatz, 50226 Frechen (Präses-Beu-Saal)
(Google Maps)
19:00

Richteten sich anfangs die polizeilichen Ermittlungen noch gegen wirkliche Oppositionelle, insbesondere gegen die in Frechen vor 1933 starken Kommunisten, so gerieten schon bald immer mehr eigentlich unpolitische Bürger ins Visier der Justiz, die wegen bloßer Unmutsäußerungen denunziert worden waren. 1936 glaubte der Frechener Schreinermeisters Christian Blömeling, der Kreisamtsarzt wolle seinen vorbestraften (gleichnamigen) Sohn sterilisieren lassen. Blömeling nannte das eine Schandtat, die er verhindern werde. NSDAP-Ortsgruppenleiter Stumpf sah in dieser Aussage einen Verstoß gegen das Heimtückegesetz, das „gehässige Behauptungen über Einrichtungen des Staats“ unter Strafe stellte, und zeigte Blömeling an. Elisabeth Hossdorf wurde am 24.2.1945, also wenige Tage vor dem Kriegsende in Frechen, angezeigt, weil sie im Luftschutzstollen an St. Severin gesagt hatte: „Es wäre besser, wenn die Amerikaner hier wären.“ Das galt als „staatsfeindliche Äußerung“.


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